Les frères Lumière

Filmblog

Merkwürdig

John Cazale

„John Cazale, wer ist John Cazale?“ So oder so ähnlich würden wohl die meisten reagieren, wenn sie auf den US-amerikanischen Schauspieler italienischer Abstammung angesprochen werden würden. Dem Leser dieses Textes wird es etwas einfacher gemacht, das Bild gibt den entscheidenden Hinweis:

Cazale, der nur 42 Jahre alt wurde, spielte Fredo, dem unscheinbarsten der drei Brüder in Francis Ford Coppola’s „Der Pate“ (1972). Die weiteren Filme, in denen er mitwirkte, lassen sich an einer Hand abzählen: „Der Dialog“ (1974), „Der Pate – Teil II“ (1974), „Hundstage“ (1975) und „Die durch die Hölle gehen“ (1978). Die Liste lässt aufhorchen, eine makellosere Filmographie ist wohl schwerlich zu finden. Seine Nebenrollen in diesen Filmen werden häufig übersehen, machten Cazale jedoch zur Legende unter Filmkennern. Er spielte an der Seite von Schauspielgrößen wie Al Pacino, Robert De Niro, Gene Hackman oder Meryl Streep. Mit Letzterer verlobte er sich im Jahr 1976. Dass der Oscar nicht immer ein Qualitätsurteil ist, ist wohl hinreichend bekannt. Dass alle fünf Filme, in denen Cazale mitspielte, eine Nominierung als Bester Film erhielten, ist dennoch beeindruckend. Drei der Filme erhielten die Auszeichnung.

John Cazale, der 1935 geboren wurde, begann seine Schauspielkarriere am Theater. Dort lernte er Al Pacino kennen, der ihn überredete, für eine Rolle in „Der Pate“ vorzusprechen. Nach nur drei Jahren der Filmschauspielerei erkrankte Cazale an Knochenkrebs, dennoch nahm er noch eine weitere Rolle an. „Die durch die Hölle gehen“ sollte sein letzter Film werden. Meryl Streep pflegte in daraufhin bis zu seinem Tod am 12. März des Jahres 1978.

Wer ist John Cazale? Ein großartiger Schauspieler, der es verdient hat, bemerkt zu werden. Ein Schauspieler, der vor der Vergessenheit bewahrt werden sollte.

von Yannick

Sehnsüchtig Erwartet

Django Unchained

Ein echter Tarantino verspricht es zu werden: Wir finden uns in einem Mikrokosmos der Gewalt wieder - hier der Wilde Westen im 18. Jahrhundert - einem Mikrokosmos, der uns fremd ist, in dem wir uns dennoch sofort zu recht finden, teils, weil der Regisseur mit traumwandlerischer Sicherheit seine Geschichten erzählt, teils, weil wir diese Welten, die Tarantino erschafft, mittlerweile aus so vielen guten Filmen kennen. Die Dialoge sind intelligent, schnell und scharf, genauso wie die Waffen (hehe). Vor allem sind sie cool, so einprägsam und cool, dass sie meist schnell zu Allgemeingut werden. So auch die Charaktere, wie Christoph Waltz in „Inglourious Basterds“, der als SS-Standartenführer Hans Landa, schnell zur Kultfigur avancierte. Auch hier darf Waltz wieder eine Rolle spielen, die er wohl so ausfüllen wird, dass man sagen wird, sie sei ihm auf den Leib geschneidert: den deutschen Dr. King Schultz, ehemals Zahnarzt, nun Kopfgeldjäger. Die Figur ist so gut angelegt, dass ihr der Kult-Status gewiss sein dürfte.

Schultz befreit den Sklaven Django (Jamie Foxx), um mit seiner Hilfe einen Auftrag auszuführen, bildet ihn zum Kopfgeldjäger aus und die beiden machen sich auf die Suche nach Djangos Frau Broomhilda (Kerry Washington). Fündig werden sie beim sadistischen Plantagenbesitzer Calvin Candie (Leonardo DiCaprio).

Eine Italo-Western Hommage sei Django Unchained (➔ Wiki, ➔ IMDb, ➔ Moviepilot), im Trailer kracht es ordentlich, aber es bleibt zu hoffen und vermuten, dass der Film dann, dem Genre gemäß, langsamer sein wird, dafür dem Genre ungemäß, aber Tarantino typisch, dialoglastig sein wird. Der Soundtrack jedenfalls scheint mit Johnny Cash und James Brown auf gewohnt hohem Niveau.

Blut spritzt über Baumwollpflanzen, schneeweiß trifft blutrot. Das ist nicht nur ein cleveres Bild für die Versklavung der ersten Afroamerikaner, sondern typisch Tarantino: einfach und (trotzdem) gut. Auch wenn Quentin Tarantinos Filme auf eine Art trivial sind, so sind sie doch immer mit so viel Liebe für das Medium Kino, und so viel wortgewandtheit und handwerklichen Können ausgestattet, dass sie mit vollem Recht den Stellenwert einnehmen, den sie haben. Ab dem 31. Januar 2013 darf auch Django Unchained sich bei uns beweisen!

“Gentleman you had my curiosity, but now you have my attention!“

Wir warten sehnsüchtig!

von Lukas

Auf auf ins Kino!

Beats Rhymes & Life: The Travels of a Tribe Called Quest

Ist eine filmische Annäherung an die legendäre Hip-Hop Gruppe A Tribe Called Quest, die mit ihren politischen, sozialkritischen Texten und intelligenten Jazz Samples, schon immer all jene Lügen strafen, die meinen Hip-Hop sei gleichbedeutend mit Gangsta Rap a la 50 Cent. Concious Rap!

Es bleibt zu hoffen, dass Regisseur Michael Rapaport mehr die Musik und weniger - wie der etwas chaotische Trailer befürchten lässt - musikalische Verirrungen (Ludacris, etc.) zu Wort kommen lässt. Und wenn schon Lobeshymnen, dann von den richtigen (Questlove! hehe).

Trotz derlei Sorgen - die Musik spricht für sich, die Szene auch, deswegen heißt es ab morgen, wenn The Travels of a Tribe Called Quest (➔ IMDb, ➔ Moviepilot) bei uns anlaufen:

Auf auf ins Kino!

von Lukas